• Buchstabenschloss

Der Eisblumengarten von Guy Jones


Informationen zum Buch


Originaltitel: The Ice Garden

Seiten: 224

Verlag: Fischer Sauerländer Verlag

Erscheinungsdatum: 27.03.2019

ISBN: 978-3-7373-5648-0

Preis: 13,00€


Klappentext


Jeder Baum, jedes Blatt, jede Blume und jeder Grashalm waren aus Eis


Jess ist ein Mondscheinkind. Ihre Haut ist so lichtempfindlich, dass sie nur bei Dunkelheit oder in einem Schutzanzug ins Freie darf. Eines Nachts schleicht sie sich heimlich aus dem Haus und entdeckt einen zauberhaften Garten, der völlig aus Eis besteht. In ihm lebt ein Junge aus Eis: Owen. Er und Jess werden Freunde. Doch auf einmal beginnt der Eisblumengarten zu schmelzen, und auch Owen wird von Mal zu Mal weniger. Jess weiß nicht, ob sie ihren Freund und seine Welt retten kann.


Meinung


Jess stößt zufällig auf einen jungen Komapatienten im Krankenhaus. Sie schreibt ihm Geschichten und liest sie ihm vor. Dabei erzählt sie ihm eine Geschichte von einem Eisblumengarten, in dem sie einen Jungen namens Owen trifft. Dieser überreicht ihr ein kostbares Geschenk: Eine Eismuschel. Diese heilt Jess auf unerklärliche Weise, sodass sie ein normales Mädchen sein kann. Doch der Preis ist sehr hoch, denn der Eisblumengarten sowie Owen fangen an zu schmelzen. Kann sie den Prozess aufhalten?


Das Cover ist wunderschön. Ich mag den dunkelblauen Hintergrund mit den hellblauen Blumenelementen sehr gern. Das Cover zieht einen magisch in seinen Bann. Der Schreibstil ist flüssig und leicht. Vor allem schreibt der Autor sehr jugendlich, sodass die Sachverhalte einfach und auf den Punkt geschildert werden.


Jess ist ein junges Mädchen, welches unter einer Hautkrankheit leidet, die sie daran hindert bei Tageslicht ohne Montur rauszugehen. Der kleinste Sonnenstrahl verbrennt ihre Haut. Aus diesem Grund muss sie stets voll bekleidet raus gehen. Wenig verwunderlich ist, dass sich die Kinder von ihr abwenden. Denn alles, was nicht „normal“ ist, wird abgestoßen.


Jess und ihr soziales Umfeld wird sehr detailliert beschrieben. Man kann sehr gut ihre Einsamkeit und auch ihren Frust spüren. Sie tut einem unheimlich leid. Denn seien wir mal ehrlich: Kein Mensch sollte so leben müssen. Ihre Mutter versucht zwar das Beste aus der Situation zu machen, doch selbst sie kann Freundschaft nicht ersetzen. Umso schöner wird die Geschichte als sie Owen kennenlernt. Und auch das Ende lässt hoffen.


Die Krankheit von Jess wird in dem Buch in den Vordergrund gestellt. Dabei geht der Autor sehr sensibel mit der Krankheit um. Er beschreibt Jess‘ Leben und Alltag inkl. Krankenhausbesuche und dem Unterricht zu Hause. Dabei ist der Arzt sowie der ein oder andere Lehrer nicht unbedingt ein Sympathieträger, wodurch Jess‘ Lage nochmal deutlich verschlechtert wird. Trotz diesem tristen Alltag schafft es der Autor Licht in Jess‘ Leben zu bringen.


Ich finde es schön wie der Autor die verschiedenen Themen in die Geschichte einwebt. Vor allem das Thema Freundschaft liefert der Geschichte die nötige Wende, die sie braucht. Denn Jess‘ Leben bekommt endlich wieder einen Sinn und eine Bedeutung. Sie kann endlich voller Hoffnung nach vorne blicken und kann die Eintönigkeit hinter sich lassen.


Das Setting mit dem Eisblumengarten hat mir richtig gut gefallen. Ich konnte mir die Eislandschaft sehr gut vorstellen. Vor allem Owen hat mir gut gefallen. Denn dieser ist ähnlich wie Jess von der Einsamkeit geplagt. Zusammen erleben die Beiden eine tolle Zeit in einem wunderschönen Eisgarten, der vor Farben und Vielfalt nur glänzt.


Es gibt jedoch einen Kritikpunkt, der mich auch immer wieder zum Nachdenken angehalten hat. Ich war mir teilweise nicht sicher, ob die Geschichte rund um den Eisgarten wirklich Jess‘ Erlebnis ist, oder ob es nur eine Geschichte in einer Geschichte ist. Diese Verschachtelung von Geschichten hat es mir unglaublich schwer gemacht die Grenzen zu erkennen, wodurch ich öfter mal kurz nachdenken musste, was jetzt Wirklichkeit und was Fantasie ist.


Ansonsten hat mir das Buch sehr gut gefallen. Es ist unterhaltsam und schafft Verständnis für Kinder mit unliebsamen Krankheiten, die von der Gesellschaft zu Unrecht verstoßen werden.


Fazit


4/5 Sterne